DEUTSCHER SCHWERHÖRIGEN SPORT VERBAND
im Deutschen Schwerhörigenbund e. V.
 

Geschlechterverteilung

Im Deutschen Schwerhörigen Sport Verband ist es wie in den normalen Sportverbänden so, dass die Frauen in der Minderheit sind. Es sind 65% männlich und 35% weibliche Sportler.

Besonders nach der Geburt des 1. Kindes ziehen sich viele weiblichen Sportler aus dem Deutschen Schwerhörigen Sport Verband zurück. Bei den schwerhörigen Frauen sind die Anforderungen einer Mutter in der Regel viel höher als bei nichthörbehinderten Frauen. Auf Grund ihrer Hörminderung ist eine erhöhte Konzentration und Aufmerksamkeit ihrem Kind gegenüber notwendig. Allein die Vermittlung und das Erlernen der Sprache ihrer Kinder sind bei weitem anstrengender als bei guthörenden Müttern. Die hörbehinderten Mütter müssen viel aufmerksamer sein, um die Sprachentwicklung ihrer Kinder zu kontrollieren. Durch die Mutterrolle voll ausgelastet, ziehen sie sich zurück und treten aus den Sportvereinen aus.

Bemerkenswert ist im DSSV, das dies überwiegend auf die Frauen im süddeutschen Raum zutrifft. In Norddeutschland ist das anders. Hier versuchen die Frauen mit Hilfe ihrer Lebenspartner (Ehemänner), sich trotzdem sportlich zu betätigen. Mit großer Wahrscheinlichkeit kehren sie zum aktiven Sport zurück, wenn die Kinder größer oder erwachsen sind.

Bemerkenswert ist auch die im Verband verhältnismäßig hohe Zahl der älteren weiblichen Sportler. Die Frauen über 50 zeigen gegenüber den gleichalten Männern einen größeren Wunsch nach Bewegung. Beliebte Sportarten in dieser Altersklasse sind beispielsweise Minigolf, Gymnastik oder Bowling. Diese sportliche Aktivität trifft auch auf die Frauen zu, die sich nicht mehr im Arbeitsprozess befinden. Im Gegensatz hierzu zeigt sich bei über 50jährigen Männern eine gegenteilige Entwicklung. Obwohl der Männeranteil im DSSV durchschnittlich höher ist, bleiben weniger Männer sportlich aktiv, wenn sie in Rente gegangen sind. Obwohl gleichalte Männer im Berufsleben ihren Sportvereinen weiter erhalten bleiben, scheint der Ruhestand den Wunsch nach sportlicher Betätigung bei Männern über 50 einzuschränken.

Dieser Bericht bezieht sich auf die Erfahrung innerhalb des Deutschen Schwerhörigen Verbandes, Stellungnahmen und Meinungen zu dem Bericht können an die DSSV–Homepage gerichtet werden.

Die Redaktion

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E-Mail: gefiz@web.de

Die Antworten:

  • Ich habe den Erfahrungsbericht mit großem Interesse gelesen und kann diesen in vielen Dingen, u.a. auch aus eigenem Erleben bestätigen.

    Es ist völlig normal, dass viele junge Mütter die Priorität auf die Erziehung und Entwicklung ihrer Sprösslinge setzen, denn diese hat Auswirkungen auf die Zukunft des Kindes und des Familienlebens schlechthin. Der Sport ist sicher wichtig für Körper, Geist und Seele, dieser sollte in späteren Jahren wieder aufgenommen werden, was häufig der Fall ist.

    Ich denke, es ist vielleicht Sache der Mentalität, dass sich die Nordlichter trotz des aktiven Familienlebens die Zeit für den Sport nehmen. Möglicherweise spielen die Verkehrsverbindungen oder Führerscheinbesitz mit PKW zum erreichen der Sportstätten eine Rolle. (M.B., 14.11.2011)

  • Zum Zeitpunkt der Geburt meines Sohnes war ich mittelgradig schwerhörig und mit sehr guten digitalen Hörgeräten ausgestattet. Ein Jahr später begann ich als Tagesmutter zu arbeiten. Ich hatte bis zu 5 Kinder zu betreuen. Der Vorteil war, dass ich meinen Sohn zu Hause hatte und ihm gemeinsam mit meinen Tageskindern ein soziales Umfeld schaffen konnte. Natürlich mußte ich meine Bedürfnisse, dazu gehörte auch der Sport, zurückstellen. Ich war aber stets interessiert, mit meinem Sohn gemeinsam Sport zu machen.

    Heute, wo mein Sohn 11 Jahre alt ist, fängt der Abnabelungsprozess an, und er verabredet sich mit Freunden. Ich habe diese Entwicklung dazu genutzt mich dem Münchner Schwerhörigen Verein und seiner Sportgruppe anzuschließen. Ich höre mittlerweile leider schlechter als noch vor 11 Jahren. Darum bin ich froh jetzt einen Kreis von Gleichbehinderten kennenzulernen. Schön ist es, dass ich darüber hinaus durch die Meisterschaften des DSSV Hörbehinderte in ganz Deutschland treffen kann.

    Besonders motivieren mich meine letzten sportlichen Erfolge bei den DSSV Meisterschaften 2011. Ich erreichte in Berlin dreimal einen Platz auf dem Siegertreppchen. Da ich mich mit meinem Alter (50 Jahre) nicht mehr zum Jugendbereich zähle, freue ich mich besonders über meine Erfolge. Ich kann den älteren Sportlern nur empfehlen den allgemeinen Breitensport auf Wettkampfbasis auszuüben. (Elke M., 12.11.2011).